Der Maikäfer

 

Ein tiefes brummen dröhnt heran

Ein Maikäfer setzt zur Landung an.

Im Gleitflug kommt er angeflogen

Die Flügeldeckel hoch erhoben

Die Fühler sind weit ausgestreckt,

damit er die Landebahn entdeckt.

 

Er nähert sich dem Eichenblatt

Das Fahrwerk lässt er jetzt herab

Der Flügelschlag wird langsam schneller

Es drehen sich schneller die Propeller

Und ich erkenn’s Es ist ein Müller.

 

Das Landen strengt ihn mächtig an

Weil er sein Gewicht kaum halten kann

Doch der Käfer schlägt sich wacker

Denn er ist ein alter Racker

Und nimmt das Leben ziemlich locker

 

Er ist am Hangar angekommen

und hat sein Kauwerkzeug  genommen

Das triefe Brummen wird jetzt leiser

Er benützt jetzt kräftig seine Beißer

Und ich erkenn’s, Es ist ein Kaiser.

 

Er sitzt jetzt ruhig auf dem Blatt

Und er lässt schnell seine Pressluft ab

Den Fanghaken den fährt er ein

Er benützt jetzt nur noch sein Gebein

Das kann doch nur ein König sein.

 

Nun beginnt das große Fressen

Das Blatt wird völlig aufgegessen

Doch es nähert sich die Meise

Der Käfer denkt „ so eine Scheiße“

Und frisst weiter, aber leise.

 

Doch der Feind hat ihn erkannt

Und mit einem Biss entmannt

Er kann nicht mehr ums Weibchen werben

Und den Nachwuchs nicht beerben

Der Käfer hatte große Sorgen

Und darum sind sie ausgestorben

 

© zweideutig.de

Mai 2003